Rommenhöller-Ehrenmal

Rommenhöller-Ehrenmal

Das Rommenhöller-Ehrenmal wurde 1932 zu Ehren des Unternehmers Carl Gustav Rommenhöller am südlichen Ortsrand von Herste feierlich eingeweiht.
Es befindet sich am ursprünglichen ersten Kohlensäure-Bohrpunkt des Ortes.


Bilder von der Eröffnung des Ehrenmahls


Zur Geschichte des Ehrenmals

Im östlichen Vorland des Eggegebirges, unter anderem im Ortsgebiet von Herste befinden sich
zahlreiche Mineralquellen und mehrere ergiebige Kohlensäure-Vorkommen.

Der erste „Riesensprudel“ in Herste, der Westfalia-Sprudel, wurde 1894 erschlossen; er versorgte damals große Teile des Deutschen Kaiserreichs mit Kohlensäure.

1925 wurde das Herster Kohlensäure-Feld mit dem ebenfalls sehr ergiebigen Carl-Gustav-Sprudel am Ort des heutigen Kulturdenkmals erneut angebohrt. Die gewonnene Kohlensäure wurde von der C. G. Rommenhöller Aktiengesellschaft im angrenzenden Ort industriell weiter verarbeitet, in Druckbehälter abgefüllt und dann ab Werk zumeist per Eisenbahn transportiert.

Carl Gustav Rommenhöller

Carl Gustav Rommenhöller nahm mit seinen auch in anderen deutschen Orten und weiteren Ländern tätigen Kohlensäurewerken eine maßgebliche Position in der frühen Kohlensäureindustrie ein. Ihm zu Ehren wurde ein Jahr nach seinem Tod das Ehrenmal in Herste eingeweiht. Anwesend waren bei dem feierlichen Ereignis am 22. Mai 1932 die Familie Rommenhöller und viele Festgäste, unter anderem Vertreter der Kohlensäureindustrie aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Luxemburg und England.

Carl Gustav Rommenhöller


Zur Gestaltung des Ehrenmals

Die Grünanlage
Die Anlage besteht im Wesentlichen aus den „Sprudel-“ oder „Brunnenhaus“ genannten Gebäude und einer landschaftsprägenden zweireihigen etwa 140 m lange Lindenallee, die in einem Halbkreis um das Gebäude ende. Der eingezäunte und von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgebene Ehrenhain ist etwa einen halben Hektar groß. Die Gesamtlänge des Grundstücks beträgt rund 180 m, die maximale Breite auf Höhe des Sprudelhauses gut 40 m.


Das Sprudelhaus
Der im expressionistischen Stil mit romanischen Anleihen errichtete Zentralbau, das so genannte „Sprudel-“ oder „Brunnenhaus“, wurde über der Mofette des nach dem Firmengründer benannten Carl-Gustav-Sprudels errichtet. Das Gebäude aus grob gespitzten Sandsteinquadern hat einen quadratischen Grundriss und ist höher als breit. Über vier niedrigen Dreiecksgiebeln bildet das teils mit Kupfer belegte gefaltete Zeltdach einen flachen „Rautenhelm“. Durch die Formgebung der Steine über dem Portal wird auch ein wenig altägyptische Architektursprache aufgegriffen.

An der nach Ostnordost zur Allee weisenden Eingangsseite befindet sich eine schlichte zweiflügelige Holztür. Sie bildet gemeinsam mit zwei darüber eingelassenen rechteckigen Bronzetafeln und einer daran giebelartig anschließenden Bekrönung aus 10 oberflächig glatteren Sandsteinblöcken ein überhohes Portal. Zwischen Portal und Giebel ist ergänzend ein steinernes Spruchband mit den herausgemeißelten Worten „Dem Begründer der Kohlensäure-Industrie“ angebracht. Auf den anderen drei gleichgestaltigen Seiten des Denkmals sind in der oberen Hälfte schräg gegliederte Zwillings-Sprossenfenster ins Mauerwerk eingelassen. Geprägt wird der Bau weiterhin durch die klar hervortretenden Mittelpfosten der Fenster, die vom leicht vorspringendem Sockel bis knapp unter die Giebel reichen. An ihren oberen Enden gehen sie jeweils in einige pfeilförmig angeordnete und sich dadurch optisch vom restlichen Mauerwerksverband abhebende Steine über. Diese senkrechte Formgebung erinnert an die aus der Erde nach oben „sprudelnde“ Kohlensäure. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch einfache Steinbänder, die der Form der Traufe folgen und knapp unter ihr leicht reliefartig eingearbeitet sind. Ihre Anordnung entspricht dem Spruchband auf der Portalseite.

Die obere Bronzetafel über der Tür nennt in zwei Reihen den vollen Namen Rommenhöllers sowie seine Lebensdaten: „Carl Gustav Rommenhöller“ und „1853–1931“. Die größere Bronzetafel darunter wurde vom niederländischen Bildhauer Jacob Jan van Goor (1874–1956) gestaltet und zeigt ein kreisrundes Medaillon mit einem Porträt Rommenhöllers. Die Künstlersignatur „Jac. J. van Goor“ befindet sich am unteren Rand des Medaillons.

Neben der Tür wurden später drei weitere Bronzetafeln angebracht: Links eine mit der zweireihigen Inschrift „Paul Werner 1889–12. Februar 1939“ sowie darunter eine mit der gleichfalls zweireihigen Inschrift „Martin Frank 1886–15. August 1944“, rechts eine mit Namensumschrift versehene Medaillontafel mit einem Porträt Hans Rommenhöllers, die durch die zweizeilige Inschrift „1884–1962 AD 1984“ ergänzt ist.

Das einräumige Innere des Brunnenhauses ist über drei hinabführende Stufen zu erreichen. Der Innenraum ist technisch-zweckmäßig gehalten. In ihm befindet sich das oberirdische, mit Absperrventilen gesicherte Gestänge des Sprudels, dessen Druckrohr bis über die Dachmitte hinaus führt und von außen sichtbar ist.

Quelle: wikipedia


Historische Bilder zur Firma Rommenhöller